Es gibt Dinge, die einem erst auffallen, wenn sie immer und immer wieder passieren. Seit längerer Zeit beobachte ich etwas, das mich jedes Mal aufs Neue beschäftigt. Egal, ob ich morgens auf dem Weg zur Arbeit bin, in der Stadt einkaufen gehe, früher mit dem Kinderwagen unterwegs war oder einfach nur spazieren gehe – ich habe ständig das Gefühl, dass ich diejenige bin, die ausweicht. Da kommen Gruppen von zwei, drei oder vier Personen auf mich zu. Der Gehweg ist breit genug. Eigentlich müsste jeder nur einen kleinen Schritt zur Seite machen. Aber stattdessen gehe ich zur Seite. Ich mache einen Schlenker. Manchmal verlasse ich sogar den Gehweg, damit die anderen unbeirrt weiterlaufen können. Und irgendwann fragte ich mich: Warum eigentlich immer ich? Dabei spielt es gefühlt überhaupt keine Rolle, wer mir entgegenkommt. Junge oder ältere Menschen, Einheimische, Touristen oder Menschen aus anderen Ländern – dieses Verhalten begegnet mir quer durch alle Altersgruppen und Herkunftslände...
Kennt ihr das noch? Draußen warten schon die Freunde. Das Fahrrad lehnt am Gartenzaun, irgendwo wird Fußball gespielt, jemand ruft den eigenen Namen über die Straße. Man wollte einfach nur raus. Und dann kam dieser eine Satz: „Du hast Hausarrest!“ Für uns war das damals eine echte Strafe. Während draußen das Leben stattfand, saßen wir drinnen und hörten, wie unsere Freunde lachend an unserem Fenster vorbeizogen. Schlimmer konnte es kaum werden. Ich kann mich noch genau daran erinnern, als ich meinem großen Bruder einen Kaugummi in die Haare geklebt habe. Oh, das gab Ärger. Aufgrund meiner Naivität hatte ich nicht an die Konsquenzen gedacht. Nun, es kam wie es kommen musste. Bei schönstem Wetter saß ich auf dem Fensterbrett und beobachtete wie die anderen ihren Spaß hatten. Heute frage ich mich manchmal, ob Hausarrest für viele Kinder und Jugendliche überhaupt noch eine Strafe wäre. Denn das Leben findet heute oft genau dort statt, wo wir früher nicht sein wollten: im Kinderzimmer....