Es gibt Dinge, die einem erst auffallen, wenn sie immer und immer wieder passieren. Seit längerer Zeit beobachte ich etwas, das mich jedes Mal aufs Neue beschäftigt. Egal, ob ich morgens auf dem Weg zur Arbeit bin, in der Stadt einkaufen gehe, früher mit dem Kinderwagen unterwegs war oder einfach nur spazieren gehe – ich habe ständig das Gefühl, dass ich diejenige bin, die ausweicht. Da kommen Gruppen von zwei, drei oder vier Personen auf mich zu. Der Gehweg ist breit genug. Eigentlich müsste jeder nur einen kleinen Schritt zur Seite machen. Aber stattdessen gehe ich zur Seite. Ich mache einen Schlenker. Manchmal verlasse ich sogar den Gehweg, damit die anderen unbeirrt weiterlaufen können. Und irgendwann fragte ich mich: Warum eigentlich immer ich? Dabei spielt es gefühlt überhaupt keine Rolle, wer mir entgegenkommt. Junge oder ältere Menschen, Einheimische, Touristen oder Menschen aus anderen Ländern – dieses Verhalten begegnet mir quer durch alle Altersgruppen und Herkunftslände...
Gedanken über Familie, Gesellschaft und den normalen Wahnsinn - Ehrlich. Persönlich. Nachdenklich.